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[ Inhalt ]Ausgabe #175 vom ..
Rubrik Neu erschienen

Cindy Bullens "Somewhere Between Heaven And Earth"

Singer/Songwriter – Der Schmerz über den Verlust eines Kindes und seine Umsetzung in Musik
(CD; Blue Lobster)

Vor dieser Frau und dieser Platte habe ich größte Hochachtung und Respekt, sie hat mich im Wortsinn ergriffen und verstört, ich habe mit ihr gelitten, ja, zum Weinen hat sie mich gebracht wie noch selten eine Sammlung von Liedern, Texten...
Cindy Bullens hatte 1978 ("Desire Wire") und 1980 ("Steal The Night") zwei Alben mit teils rauhem Blues-Rock, mit ein paar Balladen durchwoben, gemacht, die eigentlich immer Geheimtipps blieben (d.h. die kennt kaum wer, gekauft hat sie erst recht niemand...). Die Mi(e)tmusikanten damals waren u.a. Danny Gatton, David Mansfield (Alpha Band), Jerry Marotta u.a. Ihre Sessionarbeit für Rory Block, Gene Clark, Don Everly, Elton John (auf "Blue Moves"), Geoff Muldaur, alles zwischen 1976 und 1980, unterstreichen ihre Bedeutung als "Musician's Musician". Und danach dann: Funkstille. Die Alben landeten in den Kaufhaus-Grabbelkisten.
Langsam verschwimmt die Erinnerung an sie. Privatleben, Ehe, Kinder, die Gitarre hängt am Nagel. Am 23.3.1996 stirbt die Tochter Jessie, kurz nach ihrem 11. Geburtstag. Krebs. Woran kann die Mutter noch glauben?
Für Cindy Bullens endet ihr eigenes Leben, so schildert sie es in den Liner notes. Was macht nach diesem Verlust noch Sinn für sie? Es gibt nur zwei Möglichkeiten des Weiterlebens: physisch und in übertragener Bedeutung weiter LEBEN – oder selbst das Leben aufgeben, STERBEN. Die Liebe Ihres Ehemannes Dan Crewe und der zweiten Tochter Reid stützen sie, helfen ihr auf. In grenzenloser Trauer ringt sie sich Texte ab, erlebt den therapeutischen Effekt des Schreibens. Sie holt sich Mut bei ihren Musikerfreunden Rodney Crowell und Bonnie Raitt, diese Texte zu vertonen und vor allem auch selbst zu singen. In den Jahren seit 1996 entstehen in losen Sessions die Grundstrukturen für die Platte. Blues- und Country-Elemente verschmelzen harmonisch, ohne daß man Cindy Bullens in eines der Lager herüberziehen könnte. Die Bänder wandern für ergänzende Overdubs zu Leuten, die sie unbedingt als Begleiter haben will: Bryan Adams, Bonnie Raitt, Benmont Tench (Tom Petty), David Kemper (z.Zt. Bob Dylan), Lucinda Williams, Beth Nielsen Chapman.
Textauszüge: "You know I wish I could be grateful / instead full of fear / the kind of love that you gave me / I can't replace with tears." – "But there's no rhythm in the rain / there's no magic in the moon / there's no power in this pain / till somewhere between heaven and earth / I can find you again." – "Some days just breathing / is all that I can do. ... I gotta believe in something / I can't live with nothing / to believe." – Trost in der Einsamkeit, daß es eine Hoffnung auf ein Wiedersehen geben möge...
Ich wünsche dieser Platte viele, viele Hörer. Ich wünsche dem Menschen Cindy Bullens viele, viele Kontakte zu Leuten, die ähnliche Schicksale durchlebt haben. Und man schaue sich einmal um: Wie viele Menschen in unserem Umfeld haben schmerzliche Trennungen von geliebten Menschen hinter sich und leiden stumm daran? ...wenn sich auch die Hoffnung auf ein Wiedersehen nicht unbedingt nur auf die Welt irgendwo "between heaven and earth" richten muß... () [www: @@@@@]



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