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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #195 vom 01.05.2000
Rubrik Neu erschienen

Neil Young "Silver & Gold"

Sieht wie "Harvest" aus, steckt aber (fast) kein "Harvest" drin
(CD, LP; Reprise)

Mit Neil Young verhält es sich so wie mit Lou Reeds neuer Platte. Nach Jahren des Leerlaufs und der künstlerischen Bankrotterklärungen wird man von ein paar Highlights schon dermaßen euphorisiert, dass schnell Lobhudelei und Jubel Einzug halten. Doch bei genauerem Hören bleibt unter dem Strich dann doch nur eine bescheidene Ausbeute: "Good To See You", "Daddy Went Walkin'", "Without Rings" sind solide 'Young macht Harvest-Sound'-Kost. "Buffalo Springfield Again" ist durchaus nett, nervt aber auf Dauer, da man die Melodie einfach schon von John Fogerty kennt (u.a. von "I Saw It On TV"). Der Song "Red Sun" ist dagegen phantastisch: Das Gefühl kommt echt daher, der Sound ist brilliant, Neil singt supergut und Emmylou Harris flötet im Background.
Der Rest von "Silver & Gold" ist leider Füllmaterial, voller Selbstzitate und manchmal doch arg sentimental (siehe Titelstück). Absoluter Tiefpunkt ist "The Great Divide": Text und Melodie an Plattheit kaum zu überbieten, doch das Schlimmste ist dieser amtliche, furchtbare "MTV-unplugged"-Sound, der in den letzten Jahren jedes Akustik-Setup in Verruf gebracht hat.
Laut Neil Young ist dieses Album das Ende einer Trilogie, die einst mit "Harvest" begann und 20 Jahre später mit "Harvest Moon" eine Bruchlandung erlitt. Auf "Silver & Gold" reitet nun keine langhaarige Blondine mehr auf einer Harley-Davidson dem Wüstensonnenuntergang entgegen, und das stimmt mich persönlich dann doch versöhnlich. [eg: @@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a104996


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