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[ << | Inhalt ]Ausgabe #227 vom 01.01.2001
Rubrik Feature, Artikelreihe Das Beste aus 2000

www: Neue Platten 2000

  • Juliette Gréco "Olympia 1999"
    Ihre Chansons haben für mich stets eine direkte persönliche Bedeutung, so auch anlässlich ihres Konzertes in Bonn am 1. Mai 2000. Diese Doppel-CD ist die wichtigste Musik des Jahres für mich. "On n'oublie rien", man vergisst nichts!
  • John Prine "Souvenirs"
    Erinnerungen, an die Songs und an den Sänger. Es geht ihm nicht gut, die Krebstherapien hinterlassen deutliche Spuren. Das Konzert in Bochum, nur von knapp 100 Zuhörern gewürdigt (Hi Julian Dawson!), war ein unglaubliches Beispiel von Energie und Verausgabung. "I'm happy just to have still a face!", er kann immer noch Witze machen...
  • Patricia Barber "Nightclub"
    Stellvertretend für ihren Backkatalog von weiteren fünf CDs, die ich 2000 für mich entdeckt habe. Eine Sängerin auf der Gratwanderung zwischen Pop und Jazz, verrucht und cool, beiläufig und konzentriert, aber immer frisch und überraschend im Umgang mit dem musikalischen Material.
  • Michael Riessler "Orange"
    Ein Jazz-Saxophonist aus Deutschland (er)findet die Musik zum literarischen Werk von Georges Perec in Paris neu: eine mechanische Pfeifenorgel, die mit gestanzten Lochkarten zum Klingen gebracht wird, ein Akkordeonist und eine Sängerin machen improvisierte Sessions nach Noten. Natürlich auch was für's Feuilleton, aber vor allem prall voller Witz und Spielfreude.
  • Heiner Goebbels "Surrogate Cities"
    Offenbar ist 2000 für mich das Jahr der "CDs zum Konzert". Herbst 1999 in der Bochumer Jahrhunderthalle gab es ein unvergessliches Erlebnis: Die Uraufführung von "Surrogate Cities". Ein verschachteltes Orchester-Werk, das immer wieder mit beeindruckenden Leistungen der Sänger und absolut packenden Klangcollagen eines Symphonieorchesters mit ständig mäandernden Instrumentengruppen zwei Stunden lang fesselt. Man hört die Vollendung eines langen Weges vom Sogenannten Linksradikalen Blasorchester über zappaesken Freejazz von Cassiber bis hin zum "seriösen" Neutöner, und wie viel an Eleganz und kompositorischer Kraft Goebbels sich erarbeitet hat.
  • Emmylou Harris "Red Dirt Girl"
    Aller Kritikerschelte zum Trotz, sie schafft eine flirrende Stimmung zwischen Sehnsucht und blassem Optimismus in ihren Songs, die mich tatsächlich an passenden Tagen zu Tränen rühren kann.
  • Kronos Quartet "Kronos Caravan"
    Auch diese Vier waren unterwegs in diesem Jahr und wie immer waren es denkwürdige Stunden. Mit neuer Cellistin, aber dem gleichen hohen Anspruch an sich selbst und die Zuhör-Bereitschaft des Publikums. Auf der CD wird der Kronos-Wohnwagen in allen "Rand-Kultur-Lagen" der Erde angehalten und sammelt Töne und Stimmungen ein.
  • Léo Ferré "Je te donne"
    Jene CD sei hier repräsentativ für die Wiederveröffentlichung von fünf weiteren Werken des Chansonniers und Poeten genannt. Diese sorgfältige Edition aus Ferrés Nachlass räumt mit früheren LP-Einschränkungen auf und bietet die Werke so, wie der Künstler sie geplant hatte. Seine Sprachkraft bleibt unerreicht. "Pour tout ça le silence", danach bleibt nur die Stille...
  • Johnny Hallyday "100% Johnny Live A Tour Eiffel"
    Ein "Gratis"-Konzert unter dem Eiffelturm mit annähernd 1.000.000 Zuschauern, die wichtigsten Momente hält diese Doppel-CD fest. Der Alte fegt immer noch wie ein Wirbelsturm durch sein Repertoire und zeigt keine Schwäche! Anschließend überschwemmten 25 wiederveröffentlichte Singles und 15 Alben die französischen Verkaufs-Charts.
  • Neil Young "Silver And Gold"
    Neil, da hast du uns ja einen harten Brocken vorgeworfen. Wir warten auf die 8 (12?, 20?)-CD Retrospektive-Box. Und da bekommen wir 40 Minuten akustische Minimal-Stücke präsentiert. Nach dem zehnten Hören kommt man darüber hinweg, dass man viele der Stücke schon mal gehört hat. Für Gold reicht es dennoch nicht ganz, aber selbst Neils Neu-Silber wiegt schwerer als so manch anderen Gitarrenzupfers kompletter Katalog.


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