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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #259 vom 03.09.2001
Rubrik Texte - lesen oder hören

Kressmann Taylor "Empfänger unbekannt"

Audiobook: Werbetexterin rechnet 1938 mit NS-Regime ab
(Hörbuch Hamburg)

Mir ist unerklärlich, wie unbekannt dieses brillante, packende Stück Literatur, das mit dem NS-Regime abrechnet, hier ist. Nicht in Schulen gelesen wird. Nicht in Buchhandlungen feil geboten wird. Denn die Autorin Kressmann Taylor gehört mit diesem Werk (dt. Buchtitel: "Adressat unbekannt") in ein Regal mit Dürrenmatts "Der Verdacht" und "Die Panne", mit Stefan Zweigs "Schachnovelle" und mit Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür". Niecht wahrrr, Herr Rrreich-Rrranicki? So ernst, so unterhaltsam, so literarisch und so weise ist das Buch.
Was ist es nun? "Empfänger unbekannt" ist ein fiktiver Briefwechsel aus der Zeit von November 1932 bis März 1934. Taylor erzählt die tragische Geschichte der Freundschaft zwischen dem amerikanischen Juden Max Eisenstein und dem Deutschen Martin Schulze. Es wird um Freundschaft, dann um Feigheit, um Mord und schließlich um Rache gehen. Kressmann Taylor war Werbetexterin, bevor sie anhand eigener Briefe, authentischer Briefe den fiktiven Briefwechsel konstruierte.
"Address Unknown" erschien bereits 1938 – Taylor hat folgerichtig das NS-Regime beschrieben, das erscheint im Rückblick wie ein Wunder – und löste sofort Begeisterungsstürme aus. Die weltweit renommierte (übrigens heute auch via Internet zu lesende) New York Times Book Review schrieb damals: "Die stärkste Anklage gegen den Nationalsozialismus, die man sich in der Literatur vorstellen kann." 1992 witterte der Verlag erneut seine Chance, denn der Fremdenhass hatte weltweit zugenommen. Wir erinnern uns daran alle sehr gut. Das Buch wurde zum Bestseller. Die reifen Männer Charles Brauer und Manfred Zapatka lesen im Wechsel. Prädikat: Ab 14 Jahre besonders wertvoll. [vw]


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