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[ Inhalt ]Ausgabe #274 vom ..
Rubrik Tipp der Woche

Nicolai Dunger "Soul Rush"

Der beste Van Morrison seit Van Morrison ist zu gut um Abklatsch zu sein
(CD; Virgin)

"Lick my soul, lick it free" bittet Nicolai Dunger sein Gegenüber im Titelsong seines neuen, mittlerweile vierten Albums. Der Gefallen wurde ihm offensichtlich getan, kann doch nur ein Freigeist so eine Platte schaffen. Dabei ist es schwer, sich der Platte anzunähern, ohne ständig Vergleiche zu ziehen, weil die Bezüge auf der Hand liegen. Ein Album liebt der noch nicht so alte Schwede offenbar ganz besonders: "Astral Weeks" von Van Morrison. 100 Sympathiepunkte.
"Soul Rush" klingt streckenweise wie eine Hommage an die berauschende Jazz-Folk-Blues-Vision des irischen Soul-Barden: eine Jazzband (das Esbjörn Svensson Trio) spielt traumhaft schöne folkig-countryeske Songs, dazu weinen Streicher und jubilieren die Bläser und Nicolai Dunger phrasiert ähnlich jenseitstrunken wie Morrison anno '68. Aber eben nur so ähnlich und das bewahrt den Jüngeren davor in den Schuhen des Älteren verloren zu gehen. Auch Keith Richards imitierte (und imitiert) Chuck Berry, aber trotzdem ist er immer Keef und Chuck Berry schnurrte bisweilen im Nat King Cole-Style, war aber immer nur Chuck. Ihr versteht?
Hören wir also auf zu vergleichen und halten uns an die Fakten: Nicolai Dunger ist ein beseelter Sänger und cleverer Songschreiber, der seine Melodien genau dann Haken schlagen lässt, wenn man es sich im Altbekannten gemütlich machen will; der Rhythmen verlangsamt und beschleunigt, genau so, wie es der Song gerade braucht und nicht, wie das Metronom es vorgibt. Einer, der ein großes, sehnsüchtiges, hungriges Herz auf der Zunge trägt. Eine großartige, intensive Platte, voll Seele, Improvisationsgeist und Spontanität. [pg: @@@@@]



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