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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #326 vom 20.01.2003
Rubrik Texte - lesen oder hören

Léo Malet "Die Nächte von St. Germain"

Kriminal-Hörspiel – 2CD
(Audio Verlag)

Léo Malet ist ein cooler Gigant unter den Krimi-Autoren: 1909 in Montpellier geboren, wuchs er als Waise auf, zog 16-jährig nach Paris, sang kostenlos in Cabarets, wollte Künstler sein, verdiente seine Baguettes jedoch zunächst als Zeitungsausrufer. 1940 inhaftierte ihn die deutsche Besatzungsmacht. 1941, frisch aus dem Lager zurück in Paris, begann Malet Kriminalromane zu schreiben. Seine Hauptfigur sollte so sein wie er selbst, eine Randfigur der Gesellschaft. Also konnte es weder ein Kriminalkommissar, noch ein Journalist mit Spürnase sein, sondern musste von einem latent einsamen Privatdetektiv verkörpert werden: Nestor Burma. Er hat Beziehungen zur Polizei, zu Journalisten, zu Gangstern, ist keinem gegenüber loyal, führt seine Agentur 'Fiat Lux' um die attraktive Sekretärin Hélène, die Burma oftmals auf die richtige Spur hilft.
In "120, Rue de la Gare", dem ersten der 15 Nestor-Burma-Krimis , griff Malet auf eigene Erfahrungen mit den Deutschen zurück. Die Sensation: Der Krimi erschien 1943, noch unter deutscher Besatzung. Malet entschied sich schließlich, jeden seiner Krimis in einem anderen Pariser Stadtteil spielen zu lassen. "Die Nächte von St. Germain", der sechste Burma-Krimi, liegt jetzt als Hörspiel vor. Niemand anders als Christian Brückner (Synchronstimme von Robert de Niro) hätte den melancholisch-coolen Nestor Burma sprechen können, auch die Besetzung der Hélène mit Sabine Postel ist hinreißend, von Felix von Manteuffel als Germain St. Germain muss ich nicht erst schwärmen.
Die Story: Wir befinden uns im Paris der 1950er Jahre, Stadtteil St. Germain. Amerikanische Jazzer bringen die Luft zum Flirren, Nachtbars, zwielichtige Absteigen, bevölkert von Bohemiens und Existenzialisten, bringen alle Schattierungen hervor, die ein Untergrund nur haben kann. Auch das Verbrechen: Nestor Burma ist im Auftrag einer Versicherungsgesellschaft Schmuck-Hehlern auf der Spur. Ein rauer, unappetitlicher Job. Fünf Sterne für Nestor Burma, auch weil er weniger depressiv ist als Henning Mankells Kommissar Kurt Wallander. [vw]


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