Hinweis: Ihr Browser unterstützt nicht alle grundlegenden Web-Standards, und deshalb sehen Sie diesen Hinweis und das Layout nur in Auszügen. Bitte verwenden Sie einen aktuelleren Browser.

Keine Anzeige
LogoSeit 1996: Aktuell und unabhängig!

[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #470 vom 30.01.2006
Rubrik Neu erschienen

Neil Diamond "12 Songs"

Von Rick Rubin abgespecktes Comeback des Tin Pan Alley-Singer/Songwriters
(CD, 2LP; American)

"Beautiful Noise" war einer der größten Hits von Neil Diamond in den 1970ern, außerdem schrieb er für die Monkees den Hit "I'm A Believer". Was ist er eigentlich? Ein Schnulzensänger vielleicht? Sicherlich ist er der leichten Muse zugetan, trotzdem hat er eine Handvoll wirklich erlesener Songs geschrieben, darunter "Solitary Man", den Johnny Cash unter den Fittichen von Rick Rubin als Titelsong eines seiner letzten Alben aufnahm.
Als einer der angesagtesten Produzenten, spätestens seit er die Red Hot Chili Peppers groß gemacht, Tom Petty mit "Wildflowers" wieder auf die richtige Spur gebracht und nicht zuletzt Johnny Cash an seine Qualitäten erinnert hat, fragte Rick Rubin nun bei Neil Diamond an, ob dieser nicht Lust hätte, mit ihm ein Acoustic-Album im Stil seiner älteren Scheiben aufzunehmen – nicht zuletzt weil er ihn trotz seiner 160 Millionen verkaufter Platten für einen 'verkannten Vorgänger Bruce Springsteens' hält. Diamond fühlte sich offenbar geschmeichelt und antwortete, dass er sowieso mal wieder in seine Holzhütte fahren und seine alten, akustischen Gitarren benutzen wollte, da könne er gleich einige Songs schreiben. Im Studio versammelte Rubin die gleichen Musiker, die bereits Cashs letzte Alben veredelt hatten: u.a. mit Mike Campbell und Smokey Hormel zwei der besten Gitarristen, Benmont Tench an der Orgel und dazu Billy Preston (der einige Songs allerdings gelinde verkitscht hat).
Neil Diamond bezeichnet die "12 Songs" als 'Stripped Down Acoustic Sound' – aus seiner Sicht vielleicht, denn manches schmeckt schon wie Kaffee mit zuviel Zucker! Nicht so toll gefällt mir, dass das Album wie eine 'American'-Scheibe von Johnny Cash klingt, schon besser, dass es sich durchwegs um eigene Songs handelt! Grandios der Anfang: "Oh Mary" fließt wie lauwarme Lava ins Ohr. Danach folgt mit "Hell Yeah" der beste Song – unglaublich, wie sich Neil Diamond knietief in ihn hineinwühlt. Dann "Captain Of A Shipwreck", eine tiefschwarze Ballade – einfach großartig! Im weiteren Verlauf flachen manche Songs etwas ab, gegen Ende wird's wieder besser.
Insgesamt: Eine gute Platte, obwohl sie sehr gleichförmig pastoral klingt! Beim nächsten Mal könnte Neil Diamond ruhig seine ganzen Hits alleine zu akustischer Gitarre aufnehmen – und zwar richtig 'Stripped Down'.
[PS: Der Kanada-Import enthält zwei Bonus-Tracks, einen mit Brian Wilson.] [ba: @@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a114079


(cc) 1996-2016 Einige Rechte vorbehalten. Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte zu http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/.

http://schallplattenmann.de/artikel.html
Sprung zum Beginn der Seite