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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #473 vom 20.02.2006
Rubrik Neu erschienen

NMFarner "Das Gesicht"

Independent Disco-Funk-Rock
(CD; Labels)

"Wir sind hier!" Als Opener einer Platte ist dieser Satz ein Statement, wie es unmissverständlicher nicht sein könnte. Masha Qrella, Norman Nietzsche und Chrigel Farner (Schlagzeuger bei Knarf Rellöm) sind hart am Boden. Nach ihrem Debüt-Erfolg "Die Stadt" erscheint dieser Tage der Nachfolger, der ihren Ruf als neue Speerspitze des deutschen Disco-Funk-Rocks zementieren wird. Während bei den Sternen früher noch gefragt wurde, wo denn nun hier sei, stellt sich dieses Problem in der derzeitigen Popmusik nicht mehr. "Wo deine Füße stehen, ist der Mittelpunkt der Welt", heißt das bei Element of Crime.
Bei NMFarner stehen die Füße in der Hauptstadt dieser Republik und mitten im Geschehen. Sie wissen, was abgeht (große Koalition, Ausverkauf des Sozialstaats, Dönerboykott, umgreifende Verunsicherung, 'draußen nur Kännchen'), und sie beziehen sich mit Lust auf all den Krampf – aber sie müssen das nicht explizit ausformulieren. Und sie müssen auch keine Lösungen anbieten – manchmal reicht es schon das Problem zu erkennen, bei all den Balken vor den Augen. NMFarner sind Meister der leisen Andeutungen, die dennoch laut geäußert werden. Statt sich in Liedermacher-Manier sozialkritisch aus dem Fenster zu lehnen, heißt es in "10. Stock" lakonisch: "Kennst du schon die Geschichte von diesem Mann, der aus dem 10. Stock springt?" Hier hat man es ohne Zweifel mit dem stärksten Titel des Albums zu tun, zumal der Refrain geradezu zum Pogo herausfordert. Überhaupt ist die Musik rauh wie eh und je, der Bass spielt sich weit in den Vordergrund.
Während sich andere Bands noch darum kloppen, ob es nun cooler ist auf deutsch oder auf englisch zu singen, machen NMFarner ganz einfach beides, manchmal sogar gleichzeitig. Aus Tchibo wird (dem Angebot gemäß) "Cheapo", der "Harvest Moon" scheint auch über dem Helenesee; die Stimme mäandert dabei auf elliptischen Bahnen zwischen spätem Blixa Bargeld, den heutigen Von Spar und dem jungen Frank Spilker. Beim Titel "Melodie d'amour" denkt man sofort an den Sterne-Song gleichen Namens, und tatsächlich sind die Berliner in die Hamburger Schule gegangen: Wie bei den Hamburgern hangelt sich der Text völlig neben der normalen Sprachmelodie durch die Spur.
Wer ein Gesicht haben will (und es nicht gleich wieder verlieren), muss erstmal eines machen. Das Gesicht von NMFarner ist diffus; aber ihnen geht es ja auch ums Hinsehen, weniger ums Gesehenwerden. [tm: @@@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a114173


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