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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #497 vom 14.08.2006
Rubrik Neu erschienen

Ali Farka Touré "Savane"

Die letzten Aufnahmen des Königs des Mali-Blues: arrangierter, aber großartig wie frühere
(CD; World Circuit)

Am 7.3.2006 starb Ali Farka Touré im Alter von 67 Jahren an Knochenkrebs. Kurz vor seinem Tod vollendete er noch jene Aufnahmen, mit denen er die letzten zweieinhalb Jahren seines Lebens beschäftigt war und die sein musikalisches Vermächtnis werden sollten. Musik war ihm heilig: Wenn er nicht das Gefühl hatte ihr gerecht werden zu können, ließ er die Gitarre beiseite und zog sich zur Arbeit auf seine Reisfarm zurück oder widmete sich den Aufgaben als Bürgermeister von Niafunké, zu dem er 2004 gewählt wurde; das erklärt, wie seit seiner letzten regulären Platte ganze sieben Jahre verstreichen konnten, abgesehen von der 2004er Wiederveröffentlichung der Alben "Red & Green" (1984/88), der Kollaboration "In The Heart Of The Moon" (2005) mit dem Kora-Spieler Toumani Diabaté und gelegentlichen Gastauftritten.
Den Kern von "Savane" bilden natürlich die einzigartigen, hypnotischen Ur-Blues-Linien, deren virtuoser Übertrag von den traditionell einsaitigen malinesischen Streich- und Zupfinstrumenten auf die westliche Gitarre Ali Farka Touré auszeichnet – hier entwickelt im spontanen Zwischenspiel mit Bassekou Kouyate und Mama Sissoko, den meisterhaften Spielern der Ngoni (viersaitige Laute, eine Art afrikanischer Vorläufer des Banjo). Vielschichtiger wirkt im Gegensatz zu früheren Alben die Hinzunahme mehrerer Gesangsstimmen und Instrumente, darunter auch Mundharmonika und Saxofon (Pee Wee Ellis) – Querverweise auf bzw. ein später Schulterschluss mit westlich geprägteren Blues-Formen, die Ali Farka Touré zwar beeindruckten, deren Einfluss auf seine bewusst traditionell gehaltene Musik er aber stetig zu negieren pflegte? Seine Worksongs hingegen bleiben bei den für ihn naheliegenden und wesentlichen Themen wie sozialer Entwicklung, Landwirtschaft, Fischerei, Tierzucht, Gesundheit und Toleranz, die auch Kritik am Staatswesen und der fortschreitenden Umweltzerstörung der ursprünglichen Savannenlandschaft einschließen.
Mit "Savane" beendet Produzent Nick Gold (nach den Alben von und mit Toumani Diabaté) die Trilogie der 'Hotel Mandé Sessions', benannt nach dem Standort seines mobilen Studios am Ufer des Niger in Bamako, Mali. Laut Ry Cooder schließt sich durch den Tod von Ali Farka Touré mit diesen letzten Aufnahmen ein authentisches Kapitel der afrikanischen Musik. Fortsetzung ausgeschlossen, also unbedingt hinhören! [bs: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a114851


(cc) 1996-2016 Einige Rechte vorbehalten. Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte zu http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/.

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