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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #561 vom 19.11.2007
Rubrik Texte - lesen oder hören

David Klass/Hans Löw "Wenn er kommt, dann laufen wir"

Lesung des Jugendromans, der auch Erwachsenen gefallen kann
(4CD; Jumbo)

Immer wieder steckt in Jugendbüchern mehr als in denen, die als gehobene Unterhaltung für Erwachsene angeboten werden. Die Geschichten von Kevin Brooks sind ziemlich kompromisslos, und auch David Klass bietet Einiges. Sein Roman "Wenn er kommt, dann laufen wir" ist jetzt als Hörbuch erschienen.
Auf vier CDs kommt die Lesung des Romans daher. Das ist eine gute Voraussetzung dafür, dass aus dem mehr als 300 Seiten dicken Buch noch Einiges für die Audioversion übrig bleibt. Der Roman ist eine Liebesgeschichte und ein Krimi – aber vor allem die Geschichte einer Suche nach Recht, Moral und ethischem Verhalten.
Troy wird überraschend aus dem Gefängnis entlassen und kehrt in sein Elternhaus zurück. Für Jeff, der seinen Bruder verachtet und für einen unverbesserlichen Mörder hält, ist das nur schwer zu ertragen. Er leidet unter den Anfeindungen seiner Mitschüler und der Nachbarn. Jeff hat feste Wertvorstellungen und gibt Troy keine Chance – und erhält am Schluss noch Recht: Troy ermordet erst Jeffs Klassenkameraden und verschuldet später den Herztod seines Arbeitgebers, den er beraubt. Jeff könnte seinen Bruder der Polizei ausliefern, macht es nach einer dramatischen Begegnung aber doch nicht. Nachdem Troy von seinem Bruder auf dem Boot entdeckt wird, mit dem er fliehen will, gibt es nur einen Weg: Er müsste Jeff töten. Doch ausgerechnet als dieser über die Waffe hinweg in die Augen seines Bruders schaut, wird ihm bewusst, was er eigentlich schon die ganze Zeit wusste: Auch Troy hat seine gute Seite. Das wird durch dessen Ähnlichkeit mit dem überaus friedfertigen Vater deutlich. »Versuche in seinen Augen die Augen deines Vaters zu sehen«, sagte er sich im Angesicht des Todes, »suche den Ausdruck von Liebe und Güte.« Troy schießt nicht und flieht, Jeff behält das Geheimnis seiner Flucht für sich.
Der junge Schauspieler Hans Löw liest die spannende Geschichte ruhig und akzentuiert die verschiedenen Charaktere nur leicht. Er dramatisiert nicht, was von sich aus dramatisch genug ist und gibt der Geschichte und ihren Figuren keine Klangfarben, die sie nicht brauchen. Hans Löw stellt sich als Interpret nicht über die Geschichte, sondern in ihren Dienst. Das ist angenehm zu hören – und spannend bis zum Schluss. [noi: @@@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a116428


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