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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #608 vom 24.11.2008
Rubrik Live - Musik spüren

Foto: TheNoise

Coco Mbassi, 21.11.2008, Night Club im Bayerischen Hof, München

Der Abend war ganz auf Unterhaltung getrimmt: Coco Mbassi bot so üblichen wie eingängigen Afro-Pop, überwiegend schmissig und zumindest von ihr selbst mit Verve dargeboten. Anfangs verhalten, steckte sie das Publikum nicht nur mit netten kurzen Ansagen an, sondern vor allem mit ihrer im Lauf des Abends immer temperamentvoller werdenden Bühnenpräsenz. Das sorgte zwar für ausgelassene Stimmung, nicht aber für musikalische Höhenflüge.
Neben der recht ausdrucksstarken Sängern konnte allein Keyboarder Thierry Vaton mit jazzigen Einwürfen und akzentuierten Soli überzeugen. Vor allem er nutzte den Freiraum, den Coco Mbassi ihren Bandmitgliedern ermöglichte. Der gediegen spielende Schlagzeuger Carlos Gbaguidi brachte es immerhin auf ein melodiöses Solo, während sich die durchwegs blasse Bassistin Therese Henry in ihrer Soloperformance bloß vom hölzernen Einstieg zum kraftlosen Ende hangelte. Angestrengt wie ein Abiturient in der Schülerband blieb der nur mäßig gefühlvolle Auftritt von Yves Lobe Manga, der sich in mit der stillen Begleitrolle des zupfenden Gitarristen beschied.
Coco Mbassi, in Frankreich als Tochter von Kameruner Eltern geboren und heute in Großbritannien zu Hause, spricht in ihren Liedern über die gängigen afrikanischen Themen wie die Unterschiede der afrikanischen Völker oder – im wohl gefühlvollsten Stück des Abends – die Stärke der Frauen. Sie vermittelt Humor und Lebensfreude, was mittels der Arrangements jedoch zu gängig und zu glatt herüberkommtt. Wie sehr es ihr und ihren Begleitmusikern an musikalischer Innovationskraft fehlt, zeigt sich gleich nach dem Konzert: Nach dem Verlöschen der Spots spielte der DJ ein Stück von Rokia Traoré, die wenige Tage vor Coco Mbassi auf derselben Bühne stand – es war das beste Stück des Abends. [noi]


URL: http://schallplattenmann.de/a117558


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