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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #631 vom 08.06.2009
Rubrik Tipp der Woche

Elvis Costello "Secret, Profane & Sugarcane"

Chamber Country mit den wiedervereinten Coward Brothers, oder: deeper blue than "Almost Blue"
(CD, LP; Concord)

Nach vielfältigen Studien der Roots-Stilistiken seiner Wahlheimat USA hat sich der mittlerweile saisonal in New York und Vancouver ansässige Brite Elvis Costello aka Howard Coward mal wieder mit seinem (zur Zeit ihrer ersten Kollaboration "King Of America", 1986, noch transatlantischen) 'Bruder im Geiste' Henry Coward, aka der mittlerweile mehrfach Grammy-dekorierte Produzent T-Bone Burnett, zusammengetan – und unter dessen Ägide ein noch lupenreineres Bluegrass/Country-Album als "Almost Blue" (1981) eingespielt.
Ohne Schlagzeug, rein akustisch begleitet von der hier als Sugarcanes firmierenden, gegenwärtigen Créme de la Crème der Nashville Picker – Jerry Douglas (dobro), Stuart Duncan (fiddle), Mike Compton (mandolin), Jeff Taylor (accordion), Dennis Crouch (double bass) wird Costellos zur Schärfe neigendes Timbre zusätzlich durch bittersüße Gesangsharmonien von Jim Lauderdale und Gast Emmylou Harris (auf "The Crooked Line") gemildert. Des Weiteren gelingt den Roots-affinen Chamäleons die stimmige Verbindung aus traditionell-wehmütigem, von Größen wie Loretta Lynn, Johnny Cash oder George Jones inspiriertem, authentischem Country-Sentiment mit Auftragskompositionen der Königlich Dänischen Oper für die 200. Geburtstagsfeier des Schriftstellers Hans Christian Andersen. Das Bindeglied für den vier der insgesamt 13 Songs von "Secret, Profane & Sugarcane" einnehmenden Zyklus fand sich in der 1850 von P.T. Barnum organisierten Amerika-Tournee der von Andersen hofierten, als 'schwedische Nachtigall' in die Musikgeschichte eingegangenen Sängerin Jenny Lind; "She Was No Good" und erteilte dem seltsam und abstoßend aussehenden Schriftsteller eine wortlose Abfuhr, die in einem von vielen Höhepunkten besungen wird, exemplarisch für alle unerwidert Liebenden: "She Handed Me A Mirror".
Auch sonst dürfen von Rührung ergriffene Hörer getrost die eine oder andere Träne ins Bier fallen lassen, denn nie zuvor traf Elvis Costello den Ton der von ihm seit jeher verehrten, wahren Country-Storyteller besser und echter als auf diesem Album. [bs: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a118076


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