#694 vom 01.11.2010
Rubrik Tipp der Woche
Elvis Costello "National Ransom"
Singer/Songwriter – der aus Großbritannien emigrierte "King Of America" krönt seine umfangreiche Diskografie mit zu zeitlosen Eigenkompositionen raffinierten Americana-Roots
(CD, 2LP; Concord)
Die einstige New-Wave-Ikone Elvis C. hostet derzeit nicht nur eine äußerst sehenswerte Live Music/Talk-TV-Show für Erwachsene namens "Spectacle", sondern kollaboriert weiter fleißig mit seinem nicht minder umtriebigen, ex-transatlantischen 'Coward Brother' T-Bone Burnett. Gut ein Jahr nach dem von Bluegrass und Hans-Christian Andersen inspirierten Kammer-Country-Album "Secret, Profane & Sugarcane" (2009) folgt auch schon der nächste Streich, eine wieder groovigere Achterbahnfahrt mit den elektrischen Imposters wie dem akustischen Ensemble des Vorgängeralbums The Sugarcanes – zusätzlich verstärkt durch illustre Gäste wie Vince Gill, Marc Ribot, Buddy Miller und Leon Russell – durch Country-Rock-Twang, Torch Song, Vaudeville-Chanson, Waltz und Rock'n'Roll bis Blue Collar Soul. Diese breite stilistische Palette wird zusammengehalten von Elvis' immer zeitloser wirkendem Songwriting und einem mal wieder äußerst leidenschaftlichen Gesangsvortrag.
"National Ransom" klingt so rund und stimmig als würden Stilübungen der vergangenen 30 Jahre zu einem großen Ganzen zusammenlaufen. Und kurios, dass zwei aus unterschiedlichen Generationen und musikalischen Lagern würdig in die Jahre gekommene Briten wie Elvis Costello und Hippie-Rock-Dinosaurier Robert Plant mittlerweile in quasi verwandtem, urbanisierten Nashville-Musiker/Produzenten-Umfeld ähnlich genial Americana uminterpretieren; wo Plant allerdings die keltisch-europäischen Einflüsse seiner Vorlagenauswahl akzentuiert, modifiziert Costello den musikalischen U.S.-Roots-Fundus zum Vehikel für den tiefschürfenden Lyrizismus seiner Eigenkompositionen. In dieser qualitativen Dichte darf sich der Hörer – wenn auch mit gewissen Unterschieden, was Herangehensweise und Mittel angeht – sogar an den Gastgeber der "Theme Time Radio Hour" erinnert fühlen.
Mit "National Ransom" ist Elvis Costello definitiv ein Highlight seiner imposanten Diskografie gelungen. [bs:Â @@@@]
<#487: Elvis Costello & Allen Toussaint "The River In Reverse"> [bs:Â @@@@]
<#447: Elvis Costello & The Imposters "Club Date: Live In Memphis" (DVD)> [bs:Â @@@@]
<#426: Elvis Costello & The Imposters "The Delivery Man"> [bs:Â @@@@]
<#373: Elvis Costello "Singles, Volume 1-3"> [um:Â @@@@]
<#360: Elvis Costello "North"> [pg:Â @@@]
<#487: T-Bone Burnett "The True False Identity"> [bs:Â @@@@@]
<#588: Marc Ribot's Ceramic Dog "Party Intellectuals"> [sal:Â @@@@]
<#412: Buddy Miller "Universal United House Of Prayer"> [pb:Â @@@@]
<#693: Elton John & Leon Russell "The Union"> [dmm:Â @@@]
<#687: Robert Plant "Band Of Joy"> [dmm:Â @@@@]
<http://www.elviscostello.com/>
<http://www.sundancechannel.com/spectacle/>
Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:
@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight
Permalink: http://schallplattenmann.de/a119237