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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #693 vom 25.10.2010
Rubrik Tipp der Woche

Charlie Haden Quartet West "Sophisticated Ladies"

Jazz – klassizistischer Bebop und edle Balladen mit namhaften Gastvokalistinnen
(CD; Emarcy)

Vor einem Vierteljahrhundert gründete der einstige Free- und Polit-Jazzer Charlie Haden (b) auf Anregung seiner Frau und Produzentin Ruth Cameron das Quartet West mit Ernie Watts (sax), Alan Broadbent (p) und dem 2001 verstorbenen Schlagzeuger Billy Higgins – vorerst aus dem eher pragmatischen Grund, eine hochkarätig besetzte Live-Band aus ebenfalls an der kalifornischen Westküste ansässigen Musikern zu haben. Über die Jahre entwickelte das Quartett trotz wechselnder Drummer (Rodney Green spielt seit 2006 für den erkrankten Higgins-Nachfolger Larance Marable) einen speziellen, von klassizistischem Jazz zwischen Bebop und melancholischen Balladen, alten Hollywoodfilmen der 'Schwarzen Serie' sowie entsprechender (Krimi-)Literatur der Mitte des letzten Jahrhunderts inspirierten Stil.
Duke Ellingtons "Sophisticated Lady" dient als Motto-Szenario des soeben erschienenen, sechsten Albums dieser Besetzung: Schwarzblaue Nacht über L.A, Charlie Haden führt mit unverkennbar vollen, scheinbar dahinplumpsenden Kontrabasstönen in einen imaginären, verr(a)uchten Club der 1940er Jahre. Das Quartet West traumwandelt elegant durch sein stilsicher zusammengestelltes Programm teils bekannter, teils vor der Obskurität bewahrter Standards (wie dem "Theme From Markham", der gleichnamigen TV-Krimiserie mit Ray Milland von 1959/60), immer wieder aufgelockert und bereichert durch dezent orchestrierte Gastauftritte aktuell namhafter Gastvokalistinnen wie Melody Gardot, Norah Jones, Diana Krall, Cassandra Wilson sowie der Jazz-affinen, klassischen Sopranistin Renée Fleming. Mit dem von Ruth Cameron dargebotenen "Let's Call It A Day" impliziert Haden unterschwellig, dass die Frau seines Lebens gesanglich hinter den vielleicht populäreren, erstgenannten "Sophisticated Ladies" nicht im Geringsten zurückstehen muss.
Das definitive Konsens-Jazz-Album für die gerade einsetzende, 'unfreundlichere' Jahreszeit wirft eigentlich nur eine Frage an Label/Plattenfirma auf: Warum kein Vinyl? Der konsequente Klassizismus von Musik bis Cover-Artwork schreit doch förmlich danach! [bs: @@@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a119272


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