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[ Inhalt ]Ausgabe #699 vom ..
Rubrik DVD - Musik sehen

The Doors "When You're Strange"

Dokumentarfilm – Tom DiCillo vermittelt die Intensität der Doors und bringt Auszüge aus Jim Morrisons Experimentalfilm
(DVD; Kinowelt)

Mit 16 las er Nietzsche, Rimbaud und William Blake; gleichzeitig war er besessen von Elvis Presley. In seiner kurzen Karriere verband Jim Morrison beide Welten – er publizierte Gedichte und lieferte charismatische Bühnenshows. Der Sohn eines Offiziers schrieb rätselhafte Songs und verkörperte den kreativen Freigeist. The Doors waren ohne ihn nicht mehr denkbar, obwohl Robby Krieger (g) ebenso markante Songs schrieb und gemeinsam mit Ray Manzarek (keys) und John Densmore (dr) Morrisons Gesang mit einem aufwühlenden Sound unterfütterte. Es war nicht nur Morrisons früher Tod, der ihn und seine Band unsterblich machte.
The Doors sind fester Bestandteil im Rock-Kanon, ihre Geschichte – Oliver Stone hat auch einen Spielfilm über die Band gedreht – könnte man eigentlich als ausreichend dokumentiert betrachten. Tom DiCillo hebt seinen Dokumentarfilm aber mit einem simplen Kniff ab: Er beschränkt sich auf Archivmaterial. Das ist zwar kein kritischer Ansatz, aber durch die Konzertmitschnitte ist er ziemlich nah dran am Lebensgefühl. Er wolle die Doors für das heutige Publikum in die Gegenwart bringen, sagt er im Interview (das neben dem überflüssigen Trailer und einem Interview mit Morrisons Vater und Schwester einzige Bonus-Material). Und dies funktioniert nicht über kritische Fragen von Zeitzeugen, die eine Ikone in Frage stellen könnten, sondern indem er Einzigartigkeit und Erfolg der Band herausstellt.
Die Ausstrahlung der Doors vermitteln die alten Aufnahmen hervorragend. Und mehr als das: Immer wieder meint man, den Menschen hinter dem schwierigen Star zu sehen, der seine Rolle offenbar nicht bewusst und strategisch spielte, sich aber unbewusst umso exzellenter inszenierte. Ein kleiner Leckerbissen sind auch die Auszüge aus Morrisons Experimentalfilm »HWY - An American Pastoral«, in dem Morrison selbst die Hauptrolle spielt. Dass das auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, nutzt Tom DiCillo und führt gleich zu Beginn seiner Dokumentation mit einer Filmsequenz aus "HWY" auf die falsche Fährte: Er weist darauf hin, dass Viele Morrisons Tod nicht wahrhaben wollten und noch in den Wochen danach vorgaben ihn gesehen haben. Ein hübscher Kniff, durch den der Regisseur Jim Morrison zu dessen Doppelgänger macht. [noi: @@@]



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