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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #700 vom 11.01.2011
Rubrik Frisch aus den Archiven

Element Of Crime "Fremde Federn"

Chanson-Pop – die Berliner schmücken sich auf der Sammlung ihrer Coverversionen überwiegend unpassend
(CD, 2LP+MP3-Download; Universal)

Wenn es einer Band gelingt, beim Covern ein Lied nicht bloß nachzuspielen, sondern es sich völlig anzueignen, ist die Sache in der Regel schon geritzt. So gesehen müssten Element Of Crime nicht mehr viel machen: Der Sound der Berliner steht ebenso für sich wie Sven Regeners Art zu singen. Die Band ist unverwechselbar.
Aber viel mehr als ihr Klangbild und Regeners herausragend schlechte Intonation der englischen Texte bieten Element Of Crime auf diesem Album nicht. Wenn sich Regener bei "Le vent nous portera" dann noch im Französischen versucht, ist nur noch schwer zu vermitteln, dass es sich nicht um ein Attentat handeln soll. Egal wie man zu Bertrand Cantat steht, der sich eines Gewaltverbrechens schuldig gemacht hat – das haben er und seine Band Noir Desir nicht verdient.
Andere Lieder – wie "My Bonnie Is Over The Ocean" oder "Heimweh" – mögen eine originelle Wahl sein, dass das Quartett dabei klingt wie die Unterhaltungskapelle beim Feuerwehrball-Kehraus in Oberpfullendorf um vier Uhr früh, ist nur wenige Takte lang amüsant. Immerhin: Ihre Version von "Leise rieselt der Schnee" kann man mit ein wenig Wohlwollen als ironisch verbuchen – und die kurzen Solo-Sequenzen mit Mundharmonika und Lapsteel sind sogar schön und fast schon ergreifend.
Element Of Crime versammeln auf "Fremde Federn" Coverversionen, die sie im Lauf ihrer Karriere für unterschiedliche Gelegenheiten – Sampler, Filme, B-Seiten von Singles – aufgenommen haben. Die Bandbreite reicht von Brecht/Weill bis zu den Bee Gees, und nicht alle Interpretationen klingen unwürdig. Vor allem die rockigen Interpretationen sind überzeugend: das schwermütig-lärmige "Zwei Gitarren" und Serge Gainsbourgs "Akkordeon", das vom Temperament her zu Element Of Crime passt. Selbst wenn man noch Arlo Guthries "Motorcycle Song" und das auch im Original schon eher lakonische "Across The Universe" zu den Höhepunkten zählt – die wenigen Sonnenstrahlen vermögen die Düsternis allenfalls ansatzweise zu erhellen. [noi: @@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a119411


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