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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #710 vom 16.05.2011
Rubrik Neu erschienen

Debademba "Debademba"

World – gepflegter Afro-Pop
(CD; Naive)

Der in Burkina Faso geborene Gitarrist Abdoulaye Traoré geisterte schon länger durch die französische Musikszene, als er 2009 den aus Elfenbeinküste stammenden Sänger Mohame Diaby traf und zu dessen Mentor wurde. Diabys Talent wurde offenbar schon in "Case Sanga", einer in Mali produzierten DSDS-Variante entdeckt. Anders als in den westlichen Sendungen treten in "Case Sanga" jedoch nicht Möchtegern-Stars auf, sondern durchweg talentierte Musiker. Zu den Mentoren der Sendung soll die malische Sängerin Oumou Sangaré gehören. Hört man Diabys helle, kräftige Stimme und sein gezielt eingesetztes Vibrato, glaubt man gerne, dass in "Case Sanga" Möchtegerns keinen Platz haben. Der Nachfahre eines Griots setzt seine Stimme auch bei den wenigen besinnlichen Stücken kraftvoll ein und dramatisiert so auch ruhige Songs wie "Sidebemonedo" eindrücklich.
Musikalisch haben sich Traoré und Diaby bei den Musiken afrikanischer Völker ebenso bedient wie im andalusischen Raum, in Lateinamerika oder beim Rhythm & Blues. Ein flottes Flötensolo findet ebenso Platz wie ein gestrichener Kontrabass oder ein Barpiano-Intermezzo im Hintergrund. Abdoulaye Traoré steuert nicht nur virile Soli bei, sein Gitarrenspiel steht immer wieder im Zentrum der abwechslungsreich arrangierten Stücke.
Die Texte – sie stammen fast alle vom musikalischen Mastermind Abdoulaye Traoré – entsprechen seinem gepflegten Afro-Pop. Sie sind zwar in lokalen Sprachen gehalten und stehen nicht übersetzt zur Verfügung, aber immerhin bietet das Booklet kurze Hinweise auf den Inhalt. Demnach spricht Traoré Aktivisten Mut zu, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen engagieren ("Kieledjola"), er geisselt Bürgergkriege und die Sinnlosigkeit der Gewalt ("Agnakamina") oder wendet sich gegen Denkweisen, welche die Entwicklung des Landes behindern ("Miridjougou"). Abdoulaye Traoré bringt aber nicht ausschließlich politische Lieder: "Tribu Sissoko" würdigt einen Freund und früheren Mitmusiker, "Africa Blues" wiederum ehrt die westafrikanischen Musiker – zeitgenössische Größen wie Ali Farka Touré ebenso wie die im Westen eher Unbekannten, etwa den 1973 verstorbenen Sänger von Bembeya Jazz, Aboubakar Demba Camara. Zur stilistischen Bandbreite gesellt sich also auch eine inhaltliche. [noi: @@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a119616


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