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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #272 vom 03.12.2001
Rubrik Feature

Meret Becker in der Nürnberger Tafelhalle, 22.11.2001

"Im Innern des Zylinders ist es immer dunkel. Und doch kann man mit ihm zaubern..."
Der erste Satz auf dem neuen Album von Deutschlands jugendlichster Diva ist Programm. Drama und Kindertheater, Berliner Göre und Femme Fatale, Zirkusluft und Gossenduft, Komik und Tragik, alles ist drin, im Hut. Die Texte romantisch, witzig, melancholisch, ironisch, sarkastisch und voller herrlich trockenem Humor, der an die Lyrik Kästners erinnert.
"Ganz kleine Musik" soll es werden, verkündet sie zu Beginn. "Fragiles" eben, so der Titel der CD. Die Besetzungsliste des Abends: am Keyboard Ulrike Haage, an der Gitarre Buddy Sacher, im Mittelpunkt aber definitiv Meret Becker. Davon lenken auch die an die Wand geworfenen Filme nicht ab, Untermalung der erzählten Stories, zum Teil durch ganze Bildergeschichten, wie bei der "Flickenkönigin", die zerbrochene Herzen heilt, dann wieder nur durch einzelne Photos. Und das ist gut so, wohlgemerkt!
Barfuss und im langen Kleid mit raffiniertem Rückenausschnitt, mit knallrotem Lippenstift und Zopffrisur, Meret mag Gegensätze. Ob gesprochen oder gesungen, ob Eigenkompositionen oder Beatles-Cover, ob englisch, französisch oder deutsch: Mal piepst sie, mal chansoniert sie, immer aber spielt sie, auch wenn sie zum Singen auf der Bühne steht. Meretlein in eine Schublade stopfen zu wollen ist ein hoffnungsloses Unterfangen, in ihrer musikalischen Kommode hüpft sie fröhlich hin und her. Und am Ende des Abends, nach begeistert beklatschten Zugaben und einer ausgiebigen Signierrunde von allen drei Künstlern, dürfte jedem Anwesenden klar sein: Es wurde gezaubert. Nur wie jeder gute Magier wird uns auch Frau Becker ihre Tricks nicht verraten. Und warum sollte ich ihr in den Rücken fallen?
Mein Tipp: Selbst hingehen. Und staunen. [ut]


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