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[ Inhalt ]Ausgabe #173 vom ..
Rubrik Neu erschienen

The Flaming Lips "The Soft Bulletin (UK Version)"

Rock – The Beach Boys in outer space
(CD; Warner)

Die englische Musikzeitschrift "Mojo" kürte bereits vor einiger Zeit "Pet Sounds" von den Beach Boys zur Platte des Jahrhunderts, was ich damals eigentlich nur mit einem verständnislosen Kopfschütteln quittierte, denn, ehrlich gesagt, mit den Beach Boys konnte ich noch nie viel anfangen; obwohl sie gute Ansätze hatten, fehlte mir bei den Boys immer etwas. The Flaming Lips ausschließlich mit den Beach Boys zu vergleichen hinkt natürlich gewaltig, aber ein Teil steckt da schon drin, gut verschüttelt mit essentiellen Pink Floyd-Sounds, natürlich auch ein Tupfer Fab Four und Phil Spector darf auch nicht fehlen – schon haben wir die beste Beach Boys-Platte, die nicht von den Beach Boys stammt. Auf "The Soft Bulletin" ist vor allem eines wichtig: der Sound; um gleich einmal Wayne Coyne zu zitieren: "...There is an old saying, 'It's the singer not the song.' But I would change that to 'It's the sound, not the song.' ... If you have ideas you should be able to hear them in your song. Songs are to a man what crying is to a baby – they communicate the unspeakable with sound..." Die Ideen und die Sounds durften nur so herausgequollen sein, abwechslungsreich wie sich die 14 Tracks anhören. Um Mißverständnissen vorzubeugen: The Flaming Lips sind nicht in den 60ern steckengeblieben, oben angeführte Bands sind gewissermaßen die Hebammen, heraus kamen aber Songs, die nur im Heute entstehen konnten, die sich allerdings offensichtlich weit entfernt von Rock-Musik befinden. Offensichtlich, denn als "Experimental-Rock" (früher hieß das Psychedelic) könnte diese Musik durchaus bezeichnet werden, wollte man ein Kastl finden. Es passiert viel und ständig etwas und das Schöne daran: Es wirkt total dicht. Ausufernde Kontrolliertheit. Als ob die Jungs die Chaos-Theorie austesten wollten und dennoch immer alles irgendwie zusammenhalten konnten. Die besten Sounds: das emotionale "The Spark That Bled", ein Jahrhundertlied – ein Glücksfall, "Waitin' For A Superman", "Race For The Prize", "Feeling Yourself Disintegrate". Vier Meisterwerke, komprimiert in wenige Minuten. Nochmals Wayne Coyne (über "Feeling Yourself Disintegrate): "...I think that actually it's better than we are... I don't know if it was accident or if we were just lucky, but I think it really panned out well..."
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, daß es zwei verschiedene Versionen von "The Soft Bulletin" gibt, wobei sich die UK- und die US-Version mit jeweils 14 Tracks in einem Stück unterscheiden. Und, daß "Mojo" etwas zu früh dran war, die 100 besten Longplays zu eruieren – 1999 ist nämlich ein verdammt gutes Musikjahr! [mh: @@@@@]



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