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Rubrik Texte - lesen oder hören

Mark T. Sullivan "Toxic"

Hörbuch – Viele Schlangen, drei Sexualverbrechen, eine Sekte
(6CD; Argon)

"Es gibt keinen besseren Thriller als diesen!", preist die amerikanische Thriller-Autorin Tess Gerritsen das Buch ihres Kollegen Mark T. Sullivan. Wir können die Arme wieder herunternehmen, denn "Toxic" ist sicher nicht der beste Thriller dieser Welt. Der Schlechteste allerdings auch nicht. Viele Schlangen, drei Sexualverbrechen, eine Sekte – da steckt Erzählkraft drin.
"Toxic" beginnt wie viele Mankell-Krimis: Aus der Sicht des Opfers erleben wir dessen Martyrium. Hier liegt ein Mann in San Diego stundenlang gefesselt auf seinem Bett. Schlangenbisse haben ihn gelähmt, kaum kann er noch sehen, ein Wort krächzen, kaum denken, dann stirbt er.
Autor Sullivan schickt seinen Sergeant Moynihan in die Ermittlungen: Der ist eine Mischung aus Raymond Chandlers hartgekochtem Detektiv Marlow und Henning Mankells gebrochenem Wallander. Geschieden, kümmert sich kaum um seinen Sohn, knapp zwei Meter groß, wohnt auf einem Boot, fickt gern mit wechselnden Partnerinnen.
Sergeant Moynihan sagt also das geplante Fischen mit seinem Sohn ab und beginnt am Tatort. Der Täter hat eine Botschaft hinterlassen, die aus der Bibel stammen könnte. Dies geschieht weitere zwei Male. Schließlich führt die Spur den zwischenzeitlich suspendierten Moynihan zu einer christlichen Sekte nach Alabama. Die inzestuösen Hintergründe der drei Mordfälle schält Moynihan ab wie die Häute einer Zwiebel. Der exzellent angelegte Thriller verdichtet hier die verschiedenen Spannungsfelder. Autor Sullivan kann das; immerhin ist der Top-Journalist zweimal für den Pulitzer-Preis in Sachen 'Investigative Reporting' nominiert worden.
"Toxic" erinnert mich mit seiner Hinterwäldler-Sekte gar an den Erstling des großen Arthur Conan Doyle "Eine Studie in Scharlachrot". Dort führte die Spur von London zu den Mormonen in der nordamerikanischen Sierra Blanca.
Tatort-Schauspieler Wolfram Koch, 44, und nicht zu verwechseln mit Namensvetter Sebastian Koch, liest "Toxic" auf sechs CDs. Koch klingt wie eine männlichere Version von Rufus Beck. Einen empfenlenswerteren Vergleich dürfte es für einen deutschsprachigen Vorleser derzeit kaum geben. [vw: @@@@]



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