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[ Inhalt ]Ausgabe #383 vom ..
Rubrik Feature

Discus "...tot licht!"

Progressive Rock – Jazzrock, Fusion, Metal, Artrock, Folk, Neue Musik und mehr
(CD; Musea)

So wenig einladend das Cover in seiner Aquarellästhetik a la Zeugen Jehovas, so spektakulär ist das Album in seinem musikalischen Inhalt: Die indonesische (!) Band Discus entfacht von der allerersten Sekunde (bis zur allerletzten) ein in dieser Form ungehörtes, unerhörtes Feuerwerk an Stilrichtungen, Genres, Anspielungen, Déjà-vus und Zitaten. Ungestüm und frech, jedoch in höchstem Maße professionell, verquicken Discus all das, was doch dereinst per definitionem nicht zu verquicken war. So herrschen meist jazzrockige Elemente vor, diese werden aber von knüppelharten Metal-Riffs geradezu zersägt; sie paaren den typischen, progressiven Größenwahnsinn mit introvertierter Instrumentalmusik; sie durchsetzen Prog mit Latin-Jazz, mit Scat-Gesang, mit Freejazz, mit Zappaeskem, mit Düster-Bedrohlichem, kurzum mit allem, was ihnen vor die Füße fällt.
Das Unerwartete ist in ihrer Musik Programm. Wie ein Rahmen um all dies spannen sie dann noch genre-fremde Einflüsse (buddhistische Chormusik, indonesische Gamelan-Musik, pentatonische Musik Debussy'scher Prägung), vermengen ihre furiose Fusion mit genre-verwandte Einfüssen (einfach köstlich das Metal-Grunzen auf "Breathe", das geschickt im Dialog mit den jazzigen Frauen-Vocals steht) und einer gehörigen Portion Respektlosigkeit.
Um es auf eine kurze Formel zu bringen: Discus prägnantestes Stilmittel ist der permanente Regelverstoß, das Auflösen alter Klischees, eine sehr freie Lesart progressiver Rockmusik, die sich vergnügt bei all dem bedient, was für die Entwicklung der Komposition (und des Albums) notwendig ist. Es steckt viel Arbeit und musikalisches Können in solch einem Album; wie erfreulich, dass es auch noch so wahnsinnig viel Spaß macht: Definitiv jetzt schon ein Highlight des Jahres. [sal: @@@@@]



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